Transalp und Unternehmen DM

 

 

2007-07-25

 

 


Bilder Transalp


Bilder DM

Seit Anfang des Jahres stand fest, dass sowohl EM als auch DM zugunsten der Transalp wegfallen würden. Damit hatte ich mich zunächst abgefunden. Nach den Erfolgen beim Cape Epic und der Trans Germany wollten Karl und ich das Tripel mit der Transalp perfekt machen.

Mitte der Saison keimte der Gedanke die DM vielleicht doch zu fahren. Dies war allerdings nur möglich, wenn wir den Gewaltritt vom Gardasee am Samstag Abend nach Wetter am Sonntag Morgen bis spätestens 10 Uhr geregelt bekamen.

Die Transalp startete und es lief bis auf meinen Sturz auf der ersten Etappe perfekt. Keine Defekte und wir konnten die anderen Teams ganz gut kontrollieren. Allerdings waren einige Etappen doch schwerer als erwartet, was vor allem an der bestechenden Form von Silvio und Andi lag. Die beiden Bergziegen machten es uns echt schwer an den langen Anstiegen.

Zur Mitte der Transalp hatte ich ein kleines Motivations-Problem und war mir nicht mehr sicher ob die Aktion mit der DM wirklich Sinn machte. Karl erging es ebenso und wenn man ehrlich ist und es nüchtern betrachtet, ist es komplett bescheuert nach acht Marathon-Rennen noch ein XC-Rennen anzuhängen.

Auf der letzten Etappe nach Riva attackierten Karl und ich nochmal, obwohl die Gesamtwertung klar war und wir uns eigentlich für Sonntag hätten „schonen“ können. Allerdings war die letzte auch die einzige wirkliche Singletrail-Etappe. Wir hatten richtigen Spaß bergab und wollten auf jeden Fall in Riva gewinnen. Alles ging perfekt auf und nach dem letzten Finish versuchten wir noch einmal für einen Tag seriös zu bleiben und das Feiern nicht allzu sehr zu übertreiben. Allerdings konnten wir diversen Bieren und etwas Sekt nicht widerstehen und stießen mit allen auf unseren Dreifach-Triumpf an.

Die Siegerehrung war glücklicherweise schon um 19 Uhr und wir wollten gegen 21 Uhr vom See in Richtung Ruhrpott aufbrechen. Es reichte sogar noch für eine kurze Massage und um neun ging der hoffnungslos überladene Camper auf die Fahrt nach Norden.

1200 km trennten uns von der Mission Deutsche Meisterschaft 2007. Frank Holder, ein guter Freund von mir, hatte sich bereit erklärt, den Bulls Camper auf etwa halbem Weg zu übernehmen, damit Friedemann nicht die ganze Strecke alleine fahren musste.

Nach ca. 2 Stunden Fahrt war es Zeit zu schlafen. Zwei Schlaftabletten und die Müdigkeit von einer Woche Transalp beförderte Karl und mich schnell ins Land der Träume. Irgendwann in der Nacht bin ich kurz aufgewacht und hörte wie der Regen auf den Camper prasselte. Ich dachte nur kurz: Neeeiin!!, Friedemann, fahr sofort zurück an den Gardasee. Ich hab keinen Bock auf Schlamm! Sekunden später war ich wieder eingepennt. Einige Stunden später wurde ich wieder wach und stellte mit Erstaunen fest, dass wir in Wetter angekommen waren. Es war zehn nach Sieben! Wahnsinn, das Wohnmobil muss geflogen sein. Wir krochen aus dem Bett und wurden herzlich von den Veranstaltern mit Kaffee und belegten Brötchen begrüßt.

Nach dem ersten Frühstück fuhren Karl und ich auf die Strecke, denn es hatte sich einiges verändert. Nach der ersten kleinen Runde auf dem Rad gab es dann ein ausgiebiges zweites Frühstück. Konstanze Kühne (unsere Physio von der Trans Germany) kam extra für uns nach Wetter und brachte auch noch frische Brötchen mit. Nach dem Essen war ich sowas von im A... und kroch zurück ins Bett. Karl ging es ähnlich. Nach einer halben Stunde Tiefschlaf ging es mir nicht wirklich besser. Der Kreislauf war komplett im Keller. Wir hatten noch 2 Stunden bis zum Start und machten uns auf zum Warmfahren. Die erste halbe Stunde war eine Katastrophe und der Tritt war sowas von eckig. Nach weiteren 30 Minuten war soweit wieder alles im Lot und wir fuhren zurück zur Rennstrecke. Mir war sehr wohl bewusst, dass die Startphase sehr schmerzhaft werden würde, denn nach der Transalp war jegliche Spritzigkeit verloren gegangen. Allerdings war auch klar, dass ich keinesfalls hinten raus eingehen würde. Die Renndistanz von ca. 50 km war im Vergleich zu den Etappenlängen eher eine Überführungs-Etappe.

Der Startschuss fiel und das Gemetzel begann. Wie erwartet wurde ich in den beiden ersten Runden nur überholt und durchgereicht bis auf Platz 15. In der dritten Runde konnte ich dann zu Karl aufschließen der einen besseren Start hatte. Plötzlich legte es bei mir den Schalter um. Ab jetzt ging es nur noch vorwärts. Mit Karl am Hinterrad machten wir zusammen Runde um Runde Plätze gut und fuhren bis auf Platz 7 und 8 vor. Von außen sah es so aus als könnten wir nur noch zusammen Rennen fahren. Aber wir waren eben beide gleich schwarz und außerdem macht es im Team mehr Spaß und ist extrem motivierend. Im Ziel freute ich mich wirklich über unser Rennen und alle freuten sich mit uns. Der Kraftakt Transalp und DM hatte sich voll gelohnt und war die Mühe wert. Das Experiment ist geglückt, aber ich glaube ich muss es nicht unbedingt nochmal wiederholen. Aber wer weiß das schon!