GP Roel Paulissen in Genk/Belgien

 

 

2006-09-17

 

 

Am Freitag Mittag startete unser Konvoi von Raubling aus in Richtung Norden. Ein Stau nach dem anderen, bedingt durch unzählige Baustellen und dem Ferienende in Baden Württemberg, lassen die Anfahrt zum Höllen-Trip werden. Irgendwann nachts um halb zwei bin ich todmüde ins Bett gefallen und freute mich auf den Schlaf. Zu früh gefreut, Moskitos ohne Ende. Anscheinend waren alle fliegenden Blutsauger nach Genk gekommen und hielten in unserem Zimmer eine Tagung mit anschließendem Gala-Dinner ab. Zahlreiche dieser ungebetenen Gäste überlebten die Nacht allerdings nicht und endeten als roter Fleck an der Wand. Das raubte den Viehchern zwar das Leben, mir aber auch den Schlaf.

Der Samstag begann dementsprechend gerädert. Nach der Streckenbesichtigung stand abends noch ein Stadtrennen auf dem Programm. Vier Fahrer traten gegeneinander an und immer die ersten zwei eines Laufes kamen weiter. Im zweiten Lauf schied ich leider aus und schaute mir den Rest des Spektakels vom Streckenrand aus an.

Nach dem Rennen ging es in eine Pizzeria zur fröhlichen Kalorien-Aufnahme und dann wieder zurück ins Hotel.

So, jetzt aber schnell ins Bett damit ich fit bin fürs morgige Rennen. Wie nicht anders zu erwarten, endete auch diese Nacht in einem Blutgemetzel und mit wenig Schlaf.

Am nächsten Morgen brachte mich erst die vierte Tasse Kaffee auf Normalzustand und eigentlich hatte ich das Rennen schon abgehakt. Ich hatte noch nie zwei Tage hintereinander so schlecht geschlafen.

Jetzt ist aber Schluss mit dem Gejammer, jetzt wird Sport getrieben. Um Genk herum ist es eigentlich topfeben und man fragt sich wo hier die Höhenmeter für ein Bike-Rennen her kommen sollen. Tja, wenn es da nicht den guten alten Bergbau gäbe. Wie aus dem Nichts türmt sich ein ca. 100 Meter hoher Aushubhügel auf, der ideale Platz für ein Rennen. Die Strecke hatte es mit insgesamt 170 Höhenmetern pro Runde wirklich in sich und auch alles was man für ein spannendes Rennen braucht war vorhanden. Vor allem für die unglaublich vielen Zuschauer war die Strecke sehr gut einzusehen, da es auf dem Schutthügel nur Gras-Bewuchs gab.

Um 14 Uhr fiel der Startschuss und es mussten sieben Runden plus Startloop bewältigt werden. Von Anfang an war das Tempo extrem hoch und schon in der ersten Runde setzte sich Roel vom Rest der Fahrer ab. Nur Thomas Frischknecht konnte folgen. Dahinter bildete sich ein große Gruppe mit Martin Kraler, Florian Vogel, Bart Brentjens, Bas Peters, Davy Coenen und mir. In der zweiten Runde fiel Frischi wieder zurück und Martin, Florian und Bart machten sich auf die Verfolgung von Roel. Mit etwas Abstand dahinter kamen Bas Peters, Jimmy Tielens und ich. In der vierten Runde mussten sowohl Florian Vogel als auch Bart Brentjens Federn lassen und ich konnte zu ihnen aufschließen und vorbei fahren. Ich befand mich auf Platz drei und hatte Tielens im Schlepptau. Zu Beginn der vorletzten Runde verlor ich etwas den Anschluss an Tielens, konnte das Loch aber wieder schnell schließen. Am langen Anstieg steigerte ich das Tempo und Jimmy konnte nicht mehr mit gehen. Als Dritter fuhr ich in die letzte Runde und gab den Platz bis ins Ziel nicht mehr her. Mit so guten Beinen hätte ich nicht gerechnet und war mit dem Rennen und dem Ergebnis dementsprechend voll zufrieden.


 

 

Rangfolge

1   Roel Paulissen
2   Martin Kraler
3   Stefan Sahm
4   Jimmy Tielens
5   Bart Brentjens
6   Florian Vogel
7   Bas Peters
8   Davy Coenen
9   Frank Beemer
10 Rik Evers