Fort William, Schottland

 

 

2006-05-31

 

 

Drei Tage nach der Schlammschlacht von Spa ging es hoch in den Norden von Schottland, nach Fort William. Das Wetter war ähnlich schlecht, aber die Schotten sind so etwas ja gewöhnt und die Strecke ist dementsprechend präpariert. Am Freitag im Training war alles gut fahrbar, bis auf ein Stück von ca. 200 Metern.

Die Strecke ist wahrscheinlich eine der schwersten die es im Moment gibt und einige Passagen in den Abfahrten erfordern einiges an Überwindung. Mir gefällt die Strecke sehr und ich habe gute Erinnerungen an die Rennen in den Jahren zuvor, deshalb war ich guter Dinge und motiviert für Samstag.

© Armin M. Küstenbrück

Kurz vor dem Start um 14 Uhr als alle Fahrer ohne Schutz in den Boxen standen fing es an zu schütten und innerhalb weniger Sekunden war alles nass und das Aufwärmprogramm wie weg gewaschen. Zitternd vor Kälte stand ich an der Startlinie und wartete auf den Schuss. Päng, und ab geht es. Die Startrunde geht einen breiten Schotterweg entlang bis zum höchsten Punkt der Strecke und biegt dann in die erste schwere Abfahrt ein. Mein Start war nicht gut, aber auch nicht schlecht und an Position 40 ging ich in den Singletrail. Es stockte und wir mussten die Abfahrt runter laufen. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht ging es weiter und zusammen mit Tim Böhme und Karl Platt fuhr ich die lange Gerade in Richtung Zielgelände. Zusammen gingen wir auch in die zweite Runde und da passierte es. In einer kleinen Kompression machte es „krack“ und mein Sattel war hin. Ich dachte, das kann doch nicht wahr sein. Die zwei Kilometer bis zur technischen Zone fuhr ich im Stehen weiter und hielt bei unserem Mechaniker an. Schnell die Schrauben an der Sattelklemme aufschrauben und die Stütze rausziehen. Denkste, das Ding bewegte sich keinen Millimeter. Wir zerrten und drehten und trotzdem ging nix raus. Martin Welz, Mechaniker der Nationalmannschaft und Marco von Merida kamen zu Hilfe. Ich trank erst einmal etwas, nahm ein Enervit Gel und sah zu wie Fahrer um Fahrer an mir vorbei flog. Zu dritt bekamen sie die Stütze endlich raus. Die andere schnell rein, festziehen und weiter. In solchen Situationen denkt man, sch... auf die Grammfuchserei, ich baue wieder einen Schnellspanner hin. So, die Stütze war drin und fest, es konnte weiter gehen. Allerdings nur etwa 20 Meter, denn der Sattel war zu tief. Also nochmal anhalten, aufschrauben und raus ziehen. Mittlerweile war ich bei Platz 100 oder noch weiter hinten.

Aber jetzt ging es los und ich machte mich auf die Verfolgung. Das Glück hielt nicht lange, denn die Stütze war nicht fest genug und rutschte langsam immer tiefer ins Sitzrohr. Also, bis zur nächsten Tech-Zone und wieder anhalten und die Stütze wieder raus ziehen. Eine gute Platzierung war jetzt nicht mehr möglich aber ich gebe nie ein Rennen auf. Auf den verbleibenden 3 Runden versuchte ich so viele Plätze wie möglich gut zu machen um vielleicht noch in die Punkteränge zu kommen. Leider hat das nicht geklappt und mehr als ein 68. Platz kam nicht mehr dabei raus.

   Rangliste

   1  Julian Absalon
   2  Jose Hermida
   3  Florian Vogel
   4  Bart Brentjens
   5  Jeremy Horgan-Kobelski
   6  Moritz Milatz
   7  Christoph Sauser
   8  Cedric Ravanel
   9  Nino Schurter
 10  Ludovic Dubau

 36  Tim Böhme
 44  Jochen Käß
 50  Benjamin Rudiger
 60  Karl Platt
 68  Stefan Sahm