Weltcup-Finale in Maribor

 

 

2007-09-19 

 


Bildergalerie

Nach der Zieldurchfahrt steht ein 34. Platz auf der imaginären Anzeige Tafel und ich sitze völlig erschöpft und leer neben der Strecke. Vor ein Paar Sekunden hab ich im Zielsprint noch zwei Fahrer abgestellt und das letzte Weltcup Rennen der Saison 2007 beendet.
Nun, Platz 34 ist nicht das gelbe vom Ei, aber der Verlauf des Rennens stellt mich doch zufrieden.

Aber jetzt von von Anfang an. Am letzten Sonntag kamen Karl und ich von Schottland zurück und schon am Dienstag Abend ging es weiter nach Maribor um die Strecke zu besichtigen. Wir beschlossen schon so früh anzureisen, denn vor dem Rennen gab es noch eine kleine „Hürde“ zu nehmen. Friedemann war mit einem Gewaltritt im Bulls Camper von Schottland nach Slowenien gedonnert um rechtzeitig vor Ort zu sein.
Am Mittwoch gingen Karl und ich auf die Strecke und die ersten paar Runden waren eine Katastrophe. Die Beine waren dick von der Reiserei und die Koordination noch etwas eingeschränkt durch ein gewisses Schlafdefizit. Aber es wurde von Runde zu Runde besser und nach 6 Wiederholungen hatten wir einen guten Rhythmus gefunden und die Strecke machte Spaß.
Abends gingen wir gemeinsam mit Friedemann, Katrin Schwing und Martin Welz nach Maribor und genossen die relaxte Atmosphäre der Stadt.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Donnerstag begann unsere Mission vor dem Weltcup Finale. Zeitgleich am selben Wochenende war nämlich die IFMA in Köln, die Hausmesse unseres Hauptsponsors, der ZEG. Natürlich durften wir dort nicht fehlen, denn am Freitag Abend stand eine recht große ZEG-Feier auf dem Programm, mit etwa 1000 Gästen, bei der wir für das erfolgreiche Jahr geehrt werden sollten.
Also ging es am Donnerstag Mittag mit dem Flieger zurück nach Frankfurt, dann mit dem Mietwagen nach Osthofen zu Karl. Dort setzten wir uns zuerst auf die Rennräder um die Beine etwas zu lockern und gingen bald schlafen. Am Freitag Morgen machten wir uns früh auf den Weg zur Messe in Köln, denn es standen eine Autogrammstunde bei Shimano und natürlich Termine am Bulls Stand an.
Der Bulls Stand auf der IFMA war beeindruckend, denn er bestand im Prinzip nur aus Bildern von Karl und mir, die an großen Türmen angebracht waren. Die gesamte Bike Palette wurde komplett überarbeitet und machte einen echt guten Eindruck.
Die Messe schloss um 18 Uhr und wir zogen uns für die Feier um. Eingeladen waren sämtliche Größen der Fahrrad Branche und alle ZEG Händler. Es gab ein 4-Gänge Menü und ein gigantisches Nachtisch-Buffet. Vor der Nachspeise gab es die besagte Ehrung und eine kleine Gesprächsrunde mit allen Co-Sponsoren auf der Bühne. Danach begann das Abendprogramm mit einem Comedian, den Namen hab ich leider vergessen, aber er war gut.
Um 24 Uhr war es Zeit für Karl und mich das Fest zu verlassen, denn wir wollten ja noch ein bisschen Rennen fahren. Wir fuhren zurück nach Frankfurt, gaben den Mietwagen zurück und holten schon mal unsere Bordkarten. Dann machten wir uns auf zum Flughafen Hotel und fielen völlig schwarz um kurz nach zwei ins Bett. Wir hatten noch ca. 4 Stunden Zeit zu schlafen und noch 12 Stunden bis zum Start des Weltcup Finales. Um halb sieben klingelte der Wecker und riss mich aus dem Tiefschlaf. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zum Gate, bzw. zur Sicherheitskontrolle. Dort angekommen traf uns erst einmal der Schlag. Es waren nur 2 Schalter geöffnet und die Menschenschlange schien endlos. Als es 20 min vor Abflug war, wurde uns so langsam mulmig. Es ging einfach nicht vorwärts. Nach geschlagenen 45 min Anstehen schafften wir es durch die Kontrollen und rannten zum Gate. Der Flieger war eigentlich schon in der Luft. Abgehetzt kamen wir an und rutschten noch gerade so als Letzte durch. Geschafft!

Wir landeten in Graz und Friedemann wartete mit dem Auto vor dem Flughafen. Es war 10 Uhr und es wurde Zeit für Kaffee und ein zweites Frühstück.
Am Renngelände angekommen wurden wir von vielen mit den Worten empfangen: Na, wie war es auf der IFMA? Offenbar hatten doch ein paar von unserem Trip erfahren. Friedemann erzählte uns dann von der Grillparty am Bulls Camper am Donnerstag Abend, und dass die Story dort die Runde gemacht hatte.

Doch jetzt ging es darum etwas Spannung für das Rennen aufzubauen und ich setzte mich auf die Rolle. Die Beine waren bleischwer und es dauert etwas bis sie einigermaßen rund liefen. Vor der Startaufstellung schauten Karl und ich noch den Startanstieg an. Es war ein breiter Weg mit recht losem Schotter und es ging ca. 140 Höhenmeter am Stück hoch und dann links über die Ski Piste auf die Runde.
Der Start war ein Desaster. Ich stand auf Position 26 und wurde links und rechts nur überholt. Zudem gab es im Getümmel einen Sturz, der mich zum Absteigen zwang. Infolgedessen kam ich als 65. aus der ersten Runde! So schlecht war ich schon lange nicht mehr. Karl erging es nicht viel besser. Nachdem mein Motor warm gelaufen war machte ich mich an die Aufholjagd und es ging langsam vorwärts. Am Anfang konnte ich noch mit Karl mithalten, musste aber in Runde 3 und 4 in den technischen Passagen abreißen lassen. Irgendwie war ich zu verkrampft und bin nur über die Wurzeln gestolpert. Nachdem ich wieder im Rhythmus war ging es weiter und bis zum Ziel hatte ich mich auf Platz 34 vorgearbeitet. Die Strecke verlangte einem alles ab und wirklich alle waren komplett ausgepowert.

Fazit: Der Trip hat sich gelohnt, ich konnte den 26. Platz in der Gesamtwertung halten und die Ausgangsposition für nächstes Jahr ist ganz gut. Die Feier bei der ZEG war gigantisch und es war gut und wichtig, dass Karl und ich die Strapazen auf uns genommen hatten. Jetzt kommen noch 3 Rennen und das Ende der Saison 2007 ist absehbar und ehrlich gesagt bin ich auch urlaubsreif und freue mich auf die Pause.