Bericht

2015-03-25 StS








Absa Cape Epic mit Hindernissen

JAG Foundation


Das diesjährige Cape Epic begann etwas holprig im Dezember als klar war, dass ich nicht für das Team Bulls starten würde. Grund dafür war schlicht und ergreifend der fehlende Teampartner. Thomas Dietsch hatte seine Karriere beendet und ich war sozusagen das "Fünfte Rad am Wagen".

Die einzige Möglichkeit für mich am Cape Epic teilzunehmen war für eine Charity, wofür ich dann auch die Freigabe bekam.

Nun musste ich einen Partner und eine Charity finden. Die Suche nach einem Partner war recht schnell erfolgreich. Timo Cooper kannte ich schon länger und ich wusste, dass wir ein gutes Team sein könnten. Nun brauchten wir eine Charity, die sowohl von unserer Teilnahme profitieren, aber auch einen Teil der Kosten übernehmen konnte. Zuerst sah es sehr vielversprechend aus, allerdings kam 4 Wochen vor dem Start eine Absage und wir standen mit leeren Händen da. Jetzt wurde es eng und wir setzten alle Hebel und Kontakte in Bewegung die wir hatten.

Schließlich konnte ich Greg James, Gründer der JAG Foundation, für uns gewinnen. Dann ging es Schlag auf Schlag und wir mussten allerhand organisieren um ein professionelles Setup zu haben. Physio, Mechaniker, Wohnwagen, Zelte sind nur einige der Punkte. Es ist unglaublich wieviel Organisation in diesem Rennen steckt. Zudem hatten weder Timo noch ich das neue Bike für die Saison. Letztendlich konnte Tim Böhmes Frau Katharina mir das neue Bike in letzter Sekunde noch mitbringen. Ca. 20 min vor dem Start des Prologs bauten unsere Team-Mechaniker Tobi und Udo das Rad auf dem Parkplatz der UCT Capetown auf. Ich hatte geplant den Prolog auf dem "alten" Rad zu bestreiten, aber beim Training am Vortag versagte die Vorderradbremse und das neue Bike war somit die letzte Rettung.

Alles hat tadellos funktioniert und das Cape Epic konnte beginnen.

Prolog: Top 20 war unter den Umständen ein guter Anfang.

Stage 1: Regen machte das Rennen schwer und diverse Defekte, wie ein Reifendefekt bei mir, ein kaputter Dämpfer und ein kaputtes Laufrad bei Timo machten ein gutes Ergebnis zunichte.

Stage 2: Timo hatte schlechte Beine und wir betrieben Schadensbegrenzung.

Stage 3: Es lief von Anfang an gut und wir konnten die Top 10 knacken.

Stage 4: Der Supergau! Wir lagen sehr gut in der Spitzengruppe, doch nach der 2. Feedzone fuhr ich in ein Loch und beschädigte meine Felge so, dass diese die Luft des Tubeless Systems nicht mehr halten konnte. Somit musste ich mit Schlauch weiterfahren, was in SA quasi das "Todesurteil" bedeutet, da es Millionen von Dornen und Stacheln gibt. Drei Schläuche und 4 Patronen später musste ich dann auf der Felge weiterfahren, welche ca. 2 km vor der letzten Feedzone komplett die Segel strich. Dann hieß es laufen. Nach dem Laufradwechsel in der Feedzone kämpfte ich mit Schaltproblemen und wir erreichten das Ziel mit knapp einer Stunde Rückstand.

Stage 5: Endlich wieder eine Etappe ohne Probleme und unsere 2. Top 10 Platzierung.

Stage 6: Timo hatte wieder einen schlechten Tag erwischt und quälte sich durch.

Stage 7: Die Strapazen und Quälerei des Vortages waren zuviel und Timos Körper wollte nicht mehr.

Fazit: Trotz aller Hindernisse und Rückschläge verloren wir nie den Spaß am Cape Epic und der Perspektivenwechsel war eine absolute Bereicherung für mich. Einmal alles selbst zu organisieren, an alle Feinheiten zu denken und nicht "nur" Rennen zu fahren machten meine 9. Teilnahme am Cape Epic zu einem Erfolg. Timo ist ein wahrer Kämpfer und hat großes Potenzial. Am Ende belegten wir Platz 14 in der Gesamtwertung.